Der historische Jesus und die Entstehung der Scharia

Gemäß vorherrschender Ansicht der historisch-kritischen Forschung (dazu nur ein Werk von vielen) kam der historische Jesus ca. im Jahre 4. v. Chr. wahrscheinlich in Nazareth auf die Welt. Seine Eltern, die möglicherweise durchaus Maria und Joseph hießen, hatten ihn auf die natürliche Art und Weise gezeugt, genauso wie die übrigen Kinder, die sie hatten. Über die Kindheit und Jugend Jesu ist nichts bekannt. In seinen späten Zwanzigern dürfte er sich den Jüngern des Johannes des Täufers angeschlossen haben, den er aber kurze Zeit später wieder verließ und sich „selbständig“ machte und Jünger um sich scharte.

Jesus dürfte mit Gleichnissen gepredigt haben und einige Gleichnisse im Neuen Testament könnten durchaus auf ihn zurückgehen. Zu seinen Haupttätigkeiten gehörten aber wohl auch Exorzismen und Handauflegungen. Zentral war aber seine Botschaft über die Ankunft der Gottesherrschaft nach einer Apokalypse, die nach seiner Ansicht unmittelbar bevorstand, womit er sich – wie wir alle wissen – ganz offensichtlich irrte. Er war aber dennoch fest davon überzeugt und sein Ziel war es, so viele Juden wie möglich zu retten. Ja, Juden, denn Jesus richtete seine Botschaft über die bevorstehende Gottesherrschaft ausschließlich an seine Glaubensgenossen und nicht an die gesamte Menschheit. Er forderte seine Jünger sogar explizit auf, Nichtjuden nicht aufzusuchen. Dabei war es für den historischen Jesus wohl auch wichtig, dass vor allem die Außenseiter und die Ausgestoßenen der Rettung bedurften, weshalb auch Frauen bei seiner Anhängerschaft eine erhebliche Rolle spielten.

Aber nochmals: Auch so war die Botschaft Jesu (aus seiner Sicht mindestens) nicht für alle Zeiten gedacht. Die Welt stand ja nach seiner Ansicht unmittelbar vor ihrem Untergang. Ohne diesen Kontext ist es unmöglich, den historischen Jesus auch nur ansatzweise zu verstehen.

Um das Jahr 30 n. Chr. dürfte der historische Jesus die Tempelaristokratie in Jerusalem herausgefordert haben. Daraufhin wurde Jesus ziemlich sicher von Pontius Pilatus verurteilt, der ihn kreuzigen ließ (die Taufe und die Kreuzigung sind die sichersten Lebensstationen von Jesus). Dabei dürfte der Prozess nicht allzu lange gedauert haben, schon gar nicht bei einem Pontius Pilatus, dessen besondere Grausamkeit aus anderen Quellen belegt ist. Sehr unwahrscheinlich ist es, dass der Jesus in einem Felsengrab bestattet wurde. Viel wahrscheinlicher ist, dass er nicht einmal verscharrt wurde, wie dies bei Gekreuzigten ansonsten der Fall war.

Kurze Zeit nach dem Kreuzestod Jesu entstand bei seinen Anhängern, deren Zahl sich zusehends vermehrte, der Glaube daran, dass er auferstanden sei. Dieser Auferstehungsglaube verdrängte immer mehr die tatsächliche Person aus dem Blickfeld. Selbst der früheste Autor des Neuen Testaments Paulus interessierte sich fast überhaupt nicht für den irdischen Jesus sondern vielmehr für den auferstandenen. In den später geschriebenen kanonischen vier Evangelien stand ebenfalls eine idealisierte Person im Vordergrund, die die Passion erdulden musste, der Kreuzesstod und die Auferstehung. Bemerkenswert dabei ist etwa, dass im früheren Markusevangelium Jesus durchaus noch ein Mensch ist, wogegen wir es beim späteren Johannesevangelium mit einem Gott zu tun haben.

Damit war das Christentum geboren. Es handelte sich dabei nicht etwa um die Religion von Jesus, der während seines ganzen Lebens Jude geblieben war. Auch war es nicht die von ihm gestiftete Religion. Vielmehr war es eine Religion über Jesus.

Nachdem die Teile des Neuen Testaments in unterschiedlichsten Regionen des Römischen Reiches mit unterschiedlichen Jesusvorstellungen verfasst worden waren, ging es mit einer Fragestellung weiter, die die christliche Welt für einige hundert Jahre beschäftigen sollte. Dabei sollten sich die klügsten Köpfe der damaligen Zeit mit der Frage beschäftigen, welche Natur Jesus hatte. War er Mensch? War er Gott? War er womöglich beides? Jedenfalls war die Frage nach der Natur Jesu während hunderten von Jahren die zentrale Frage im christlichen Glauben. Zwar wurde 325 n. Chr. das Konzil von Nicäa abgehalten, bei dem diese Frage autoritativ zugunsten der Trinitätslehre entschieden wurde. Doch war die Diskussion damit noch lange nicht abgeschlossen.

Diese aus heutuger Perspektive eigenartige Diskussion über die Natur Jesu, die weder etwas mit der historischen Figur etwas zu tun hatte noch sonst irgendwelche weltbewegende Erkenntnisse hervorbrachte, war sicherlich auch einer der wesentlichen Gründe für den geistigen Stillstand der christlichen Welt, der noch Jahrhunderte andauern sollte.

* * *

In diesem historischen Kontext entstanden der Koran und die koranische Bewegung ca. im 6. Jahrhundert. Wichtig dabei ist, dass dies nicht mit dem Islam gleichzusetzen ist.

Eine Gruppe von Menschen, die durchaus einem urbanem Umfeld entstammte – womit der Entstehungsort des Koran keineswegs das heutige Saudi Arabien war sondern wohl eher das Zweistromland – war dabei entschieden gegen die Gleichsetzung Gottes mit Jesus, respektive gegen die Vorstellung über dessen angebliche Gottessohneigenschaft. Damit wehrten sich diese Menschen mit aller Vehemenz gegen die theologischen Fragestellungen und Vorstellungen der damaligen christlichen Welt über Jesus.

Sie verehrten zwar Jesus, sie glaubten daran, dass er Messias (Mesih) sei und sie sahen in ihm einen Propheten in der Tradition Abrahams. Den Glauben aber, wonach er Sohn Gottes sei, nach einem Kreuzestod (den sie ablehnten) auferstanden sei (was sie ebenfalls ablehnten), war für sie sogar eine Gotteslästerung. Diejenigen, die an so etwas glaubten, namentlich die Christen, nannten sie, „diejenigen, die irregehen“. So steht es in der allerersten Sure des Koran.

Der große Abwesende in der bisherigen Darstellung ist Mohammed. Der Grund dafür ist, weil es ihn zunächst als eigenständige Persönlichkeit noch gar nicht gab. Auch im Koran kommt der “Name” lediglich dreimal vor, wobei anzumerken ist, dass mohamad auch ein Gerundiv ist und so viel bedeutet wie „der zu preisende“. So übersetzt der Linguist Christoph Luxenberg das Wort mohamad. Es handelt sich dabei also nicht um einen Eigennamen sondern um einen religiösen Titel.

Gemäss glaubhafter Darstellung der neueren Islamforschung, die nicht der Darstellung der islamischen Tradition folgt, handelt es sich bei dieser zu preisenden Person ursprünglich um Jesus. Dies mag auf den ersten Blick erstaunen. Doch sprechen nebst Münzen und anderen Inschriften auf festem Grund sehr viele Gründe dafür. Für den Anfänger kann ich dazu das Buch Good Bye Mohammed von Norbert G. Pressburg empfehlen. Für Fortgeschrittene eignen sich die Bücher der Inarah Gruppe, insbesondere auch der Meilenstein in der neueren Islamforschung schlechthin: „Die syro-aramäische Lesart des Koran“ von Christoph Luxenberg.

Tatsache ist jedenfalls, dass im Koran fast nichts über das Leben und Wirken des arabischen Propheten Mohammed zu finden ist. Seine Lebensgeschichte ist vielmehr in der so genannten Sira zum ersten Mal zu finden. Bei der Sira handelt es sich um eine theologisch motivierte Prophetenbiographie. Die Tradition spricht dabei von Ibn Ishaqs Sira, die 150 Jahre nach Mohammeds Tod geschrieben worden sei. Die Existenz dieses Buches ist damit unbewiesen. Die beiden anderen Autoren, die von diesem Buch angeblich Teile übernommen hätten, Ibn Hisham und at-Tabari, lebten mehr als 200 Jahre nach dem angeblichen Tod des Propheten.

Nach Ansicht von Ignaz Goldziher, des Vaters der modernen Islamwissenschaften, handelt es sich bei der Sira um nichts anderes als um aneinandergereihtes Hadith-Material. Die so genannten Hadithe sind kleine Erzählungen, die eine Situation aus dem Leben des Propheten wiedergeben, in der er – vereinfacht ausgedrückt – etwas gesagt, etwas nicht gesagt, etwas getan oder etwas nicht getan hat. Die Hadithe selbst wurden ebenfalls rund zweihundert Jahre nach dem angeblichen Tod des Propheten niedergeschrieben und sind nach Goldzihers Meinung (und nach Ansicht der ernstzunehmenden Islamforscher) keine verlässlichen historischen Quellen und sind in ihrer Gesamtheit unglaubwürdig.

Das Spezielle nun ist, dass – wenn man der islamischen Überlieferung folgt – während zweihundert Jahren nach dem angeblichen Tod des Propheten niemand auf den Gedanken kam, die Hadithe niederzuschreiben. Dann waren sie plötzlich da, überliefert durch sichere Gewährsleute. Die Überlieferungskette mit diesen Gewährsleuten (Isnad) bildet dabei das „Echtheitszertifikat“. Wenn die Personen, die in der Überlieferungskette genannt werden, vertrauenswürdig sind, ist auch die Erzählung vertrauenswürdig. Dies zur Logik eines Hadith. Selbstverständlich können solche Darstellungen als historische Quelle über das angebliche Leben von Mohammed nicht ernst genommen werden, wenn man nach einem historischen Mohammed sucht, den es mindestens in der Form, wie sich ihn die Tradition vorstellt, wohl nie gegeben hat.

Damit ist die Person Mohammed in erster Linie das Produkt der Hadith-Literatur des 9. und 10. Jahrhunderts. Das bedeutet zugleich, dass damit die Glaubens- und Gesellschaftsvorstellungen jener Kultur in der damaligen Zeit wiedergegeben werden. Sowohl der örtliche als auch der zeitliche Kontext ist dabei wichtig. Es entstanden zehntausende von Hadithen, in denen von Lebenssituationen Mohammeds die Rede war. Einige davon wurden kanonisch, andere nicht. Damit entstand der Personenkult um Mohammed.

Seit der Verbreitung und Geltung dieses Personenkults an jenen Orten, wo einst die koranische Bewegung zuhause war, haben wir es mit dem Islam zu tun und zwar in dem Sinne, was auch heute unter dem Begriff Islam zu verstehen ist. Es ist die Geburtsstunde der Scharia und des damit verbundenen geistigen Stillstands der islamischen Welt.

FirstSurahKoran.jpg

(Eröffnungs-Sure, d.h. die erste Sure des Koran, die sog. al-Fatiha; Aziz Efendi (d. 16 August 1934) – Muhittin Serin: Hattat Aziz Efendi; Quelle: Wikipedia)

Der historische Jesus und die Entstehung der Scharia

3 thoughts on “Der historische Jesus und die Entstehung der Scharia

  1. Véronique Altamont says:

    Auch wenn ich Ihnen in Sachen Hadith und Scharia Recht gebe und ihre wertvolle Aufklärungsarbeit vollumfänglich unterstütze, muss ich doch hier ein paar kritische Anmerkungen zur Prophetenexistenz machen:

    Die Hypothese, derzufolge es keinen historischen Mohammed gegeben habe, ist mehr als umstritten, genauer, sie gilt in Fachkreisen als Unfug. Auch wenn es keine ausserislamischen Quellen zum Propheten gibt, ist davon auszugehen, dass es auf der arabischen Halbinsel eine Persönlichkeit gab, die durch ihr Wirken die arabischen Eroberungen und damit die Verbreitung des Islam ausgelöst hat. Ein umfassende Quellenstudie zu dem Thema ist Tilman Nagels “Mohammed. Leben und Legende”. Einige kritisieren an Nagel in Einzelproblemen einen zu grossen Glauben an die islamische Quellenlage (Rainer Brunner, Autor einer sehr praktischen, lesbaren und kritischen Einführung in den Islam), womit noch lange nicht das Gesamtwerk in Frage gestellt wird. Nagel ist selbst einer der schärfsten Kritiker des Islams (und nicht nur des Islamismus, der aus dem Islam – eben dem Scharia-Islam – entsprungen ist bzw. in der Praxis vieler Länder mit diesem identisch). Ein sehr gutes und praktisches Argumentatorium ist Nagels Aufsatzsammlung “Angst vor Allah?”.
    Die Luxenberg-Hypothese, so schön sie ist – man denke an den erheiternden Aufsatz von Ibn Warraq “Virgins – what virgins?” – wirft zwar interessante Fragen auf, wird aber von der Fachwelt aus philologischen Gründen bezweifelt (s. dazu Christoph Burgmer “Die Luxenbergdebatte”). Der wesentliche Beitrag Luxenbergs ist, die Koranforschung zu einer intensiveren Beschäftigung mit den aramäischen Einflüssen zu veranlassen. Für Uneingeweihte : Aramäisch war die Umgangssprache im Vorderen Orient zu Beginn unserer Zeitrechnung, Muttersprache des historischen Jesus, noch lange Zeit Sprache der Orientchristen. Luxenberg behauptet, das Wort “Huri”, mit dem die allzeit bereiten Paradiesjungfrauen bezeichnet werden, sei eigentlich das aramäische Wort für “Weintraube”, d.h., das Paradies sei ein Garten mit ewig frischen Früchten. Der Umstand, dass den Gläubigen nach Jahren der Askese in Sachen Alkohol – von sexueller Askese kann für wohlhabende muslimische Männer auch im Diesseits nicht die Rede sein – im Jenseits eine Mischung aus Schänke und Bordell erwartet, hat nicht nur Generationen von Andersgläubigen befremdet, auch andere Häretiker der Islamwissenschaft auf den Plan gerufen. So den jahrzehntelang unter Bannfluch der Kollegen gestellten Günter Lüling mit “Der Urkoran”. Lüling stellt Koranverse um, variiert ihre – damals noch nicht gefestigte – Orthographie, und lässt unsinnige Einschübe weg, so dass sich daraus u.A. christliche Hymnen ergeben, die im Gegensatz zu den wirren Koranversen Sinn ergeben. Die Paradiesvision hält er für eine Warnung und nicht für das zu erwartende Jenseits. Anders als Luxenberg beschränkt sich Lüling mit seiner Sprachkritik nicht auf die Paradiesvisionen.
    Sicher ist in jedem Fall, dass der Koran, wie alle anderen religiösen Schriften auch, Versatzstücke von Vorgänger- und Nachbarreligionen aufgenommen hat.
    Wie dem auch sei: wichtig ist letztendlich nicht die historische Existenz eines Propheten (s. Moses oder Zarathustra), sondern die Auswirkungen des Islams bis in die Gegenwart, das Verbot der Textkritik, das katastrophale Festhalten an spätantik-mittelalterlichem Recht und Denkweisen, worin weite Teile der Islamwissenschaft den Hauptgrund des Dilemmas der islamischen Welt sehen.
    Die später ausserhalb der arabischen Kernwelt entstandene Hadithliteratur, also die Sammlungen vermeintlicher Aussprüche des Propheten, kann man mit ziemlicher Sicherheit als interessengesteuerte Kompilationen betrachten (wie eben Goldziher). Sie sind bereits in sich widersprüchlich: ein Zitat kann genau das Gegenteil vom vorhergehenden behaupten; es gibt Äusserungen zu Dingen, von denen der Prophet (ob ein solcher nun existierte oder nicht) keine Kenntnis gehabt haben kann etc. etc. Die bekannteste Sammlung von Hadithen ist die des al-Buchari, sie ist in zahlreichen Übersetzungen erhältlich (man wähle bitte nicht den freundlichen Reclam-Digest). Das “Buch vom Djihad” daraus sollte Pflichtlektüre für alle sein, die behaupten, dass Islam und Islamismus nichts miteinander zu tun hätten oder dass der Djihad eine Art “fromme Bemühung” sei (ein entsprechender “großer Hadith” existiert übrigens in keiner der vorhandenen Sammlungen).
    Und hier der eigentliche Skandal: Auf dieser und ähnlichen Sammlungen aus dem Mittelalter beruht nun das zeitgenössische islamische Zivil- und Strafrecht des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts, dass in fast allen islamischen Ländern in unterschiedlicher Härte zur Anwendung kommt und in ausnahmslos allen Punkten der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte widerspricht. Es ist ja nicht nur der so gennante “Islamische Staat”, der sich darauf beruft, sondern rund zehn islamischer Lände wie Iran, Afghansitan, die Golfstaaten, Sudan, Pakistan, Mauretanien, Malediven, die das schariatische Recht in ihrer konservativsten Auslegung, unter Berufung auf Koran und vor allem Hadith, zur Anwendung bringen (z.B. Todesstrafe für “Ehebruch” – im Klartext Opfer von Vergewaltigungen –, Homosexualität, Prophetenbeleidigung, Apostasie).
    Die einzige Ausnahme bildete bisher die Türkei mit ihrer säkularen Verfassung. Tunesien hatte eine religiös modernisierte Rechtsprechung eingeführt, in anderen Ländern war die Scharia abgeschafft (z.T. unter der Kolonialherrschaft) wurde aber wiederhergestellt: im Iran, in Ägypten unter “Friedensnobelpreisträger” Anwar Al-Sadat, einem großen Freund der Moslembrüder, im pseudosozialistischen Algerien von der “Befreiungsfront”. Auch Erdoğan macht Anstalten, schariatische Elemente wieder einzuführen, wie das Recht auf Vergewaltigung und Inbesitznahme minderjähriger Mädchen (das übrigens aus dem Alten Testament, also aus der Bronzezeit, stammt, s.5. Mos, 22, 28. Praktiziert wurde der Brauch in der ländlichen Türkei aber bereits vor Erdoğan, ohne verbrieftes Recht, ich erinnere an den Fall Rabia, der vor Jahren durch die Presse ging). Im Wirtschaftsrecht haben die islamischen Staaten europäisches Recht eingeführt, denn ein Barrel Öl lässt sich kaum noch gegen Datteln oder Kamele eintauschen. Geht es aber darum, Frauen zu entrechten und zu entwürdigen, Homosexuelle und Konvertiten zu töten oder jegliche Religions- und Meinungsfreiheit zu unterbinden : Scharia, bitte schön!

    Es ist an der Zeit, dass sich naive Muslim_innen über die rechtlichen Grundlagen ihrer Religion und die jahrhundertealte islamische Rechtspraxis informieren und dass gutmeinende Europäer_innen aufhören, sich von eloquenten Rechts- und Wortverdrehern in Sachen Islam einseifen zu lassen, weil sie sich ein Fortleben des Mittelalters in den Köpfen überhaupt nicht vorstellen können.

    Liked by 1 person

    1. Ich habe in meinem Text darauf hingewiesen, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse der Inarah-Gruppe umstritten sind und einer Minderheitsmeinung angehören. Ich unterstütze diese Minderheitsmeinung und kann insbesondere einen T. Nagel nicht wirklich ernst nehmen. Die sog. islamischen Eroberungen der Frühzeit haben nie stattgefunden. Jedenfalls haben die angeblich erobert wurden und durchaus Schriften hinterlassen haben, von diesen angeblichen Eroberungen nichts mitbekommen. Auch wären die Araber wohl kaum in der Lage gewesen, mit buchstäblich “Nichts” mehr als die Hälfte der damals bekannten Welt zu erobern. Ein Buch, das sich mit den Quellen der angeblich Eroberten beschäftigt ist “Crossroads to Islam: The Origins of the Arab Religion and the Arab State.

      Liked by 1 person

  2. Véronique Altamont says:

    Gut, aber ein wichtiges Argument FÜR die Tatsache der Eroberungen ist die Verbreitung der arabischen Sprache und Schrift: wieso sollten Aramäer, Perser und Griechen plötzlich auf die irrwitzige Idee gekommen sein, eine kulturell wenig entwickelte, junge Schriftsprache, und eine Schrift, die dem indoeuropäischen Lautstand – Persisch, Griechisch – nicht angemessen ist (wie später auch nicht dem türkischen) zur Amts-, Literatur- und Wissenschaftssprache zu erklären, so mir nichts dir nichts, wenn nicht aufgrund politischen Drucks? Das käme dem gleich, in Europa Georgisch als Verkehrssprache einzuführen!
    Ein Argument für das Fehlen von Quellen aus der Frühzeit ist die Mündlichkeit in vormodernen Gesellschaften: dass nicht alles verschriftlicht wurde, ist auf die Bedeutung der mündlichen Überlieferung gerade religiöser Texte zurückzuführen (Veden; buddhistische Frühzeit), erst da, wo es keine Zeitzeugen mehr gab, sah man sich zur Niederschrift gezwungen.
    Auch ist es nicht das einzige Mal in der Geschichte, dass Reiternomaden aus dem Quasi-Nichts (aber eben nicht Nichts) die halbe Welt erobern (s. Mongolensturm, dem das Abassidenreich zum Opfer fiel).

    Wie dem auch sei, überlassen wir diese Frage den Historikern, schliesslich geht es sowohl Ihnen wie auch mir wie auch allen ernsthaften Islamkritikern der unterschiedlichen Lager darum, dem hirnrissigen (Wieder)Einführen eines mittelalterlichen, religiösen Rechtssystems sowie seiner Verharmlosung* entgegenzuwirken, sowie die engen Verknüpfungen von Islamismus und (schariatischem) Islam aufzuzeigen.
    Wie gesagt, unterstütze ich Ihren i.A. sehr gut recherchierten Blog in jeder Hinsicht (durch Teilen, Verbreiten und eben Kommentieren).
    Mit den besten Grüssen und weiter so!
    V.A.

    *Nebenbei bemerkt, gibt es sogar im Forum der “Giordano Bruno Stiftung”, einem Atheistenforum, Personen, die in massloser Unkenntnis des Islams und seiner Rechtsprechung wie auch den Prinzipien des rassistischen “Antirassimus” gehorchend Schariarecht für “Ausländer” befürworten. Da heisst es Alarmstufe ROT!!!

    Liked by 1 person

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s