Die Händedruckverweigerung im Islam

Im vergangenen Juli machte der Fall eines muslimischen Polizisten aus Koblenz Schlagzeilen, der anlässlich seiner Beförderungsfeier sich weigerte, einer Kollegin die Hand zu drücken, die ihm zu seiner erfolgreichen Beförderung gratulieren wollte. Für sein Verhalten machte der Beamte gegenüber seinen Kollegen und Vorgesetzten religiöse Gründe geltend. Im Anschluss darauf wurde ein Disziplinarverfahren gegen den bis anhin unauffälligen Beamten eingeleitet, nachdem man sich von dieser Begründung nicht beeindrucken liess. Vorgestern wurde dieses Verfahren abgeschlossen und das Polizeipräsidium in Koblenz hat dazu eine Presseerklärung abgegeben. Gemäss Presseerklärung habe man im Disziplinarverfahren geprüft, “ob das Verhalten des Beamten mit Blick auf die erforderliche Verfassungstreue und charakterliche Eignung eine Entfernung aus dem Polizeidienst hätte rechtfertigen können.” Die Frage wurde verneint und der Beamte durfte aufatmen.

Das Polizeipräsidium Koblenz habe dem Polizisten eine Erklärung vorgelegt – nachdem seine bisherige Unbescholtenheit als Polizeibeamter festgestellt worden war, was sicherlich der Grund für seinen Verbleib im Polizeidienst ist – aus der hervorgeht, dass er die Prinzipien der freiheitlich demokratischen Grundordnung bejahe, sich zu dieser bekenne und dafür eintrete. Dies umfasse ausdrücklich auch, dass er als Polizeibeamter und somit auch als Repräsentant der rheinland-pfälzischen Polizei Frauen ohne Ausnahme und ohne Vorbehalte als gleichberechtigt ansehe und in dieser Rolle zukünftig allen Frauen als Zeichen der Achtung und in Anerkennung ihrer Gleichberechtigung einen Handschlag nicht verweigern werde. Bei einem Verstoß gegen seine Dienst – und Treuepflichten habe er mit der Entfernung aus dem Dienst zu rechnen. Der Beamte habe diese Erklärung zwischenzeitlich unterzeichnet. Das Disziplinarverfahren  gegen den betroffenen Beamten sei darüber hinaus mit einer Geldbuße abgeschlossen worden.

In Anbetracht des Wortlauts dieser Erklärung, des Artikels im Spiegel Online, der die Pressemeldung kritiklos übernommen hat aber auch aufgrund anderer zahlreicher Reaktionen, die ich im Zusammenhang mit diesem Vorfall wahrnehmen konnte, muss ich feststellen, dass sich kaum jemand mit den wirklichen Gründen der Handschlagsverweigerung im Islam auseinandergesetzt hat. Die Angabe, wonach die Verweigerung des Handschlags etwas mit der fehlenden Gleichberechtigung im Islam etwas zu tun habe, ist schlicht und ergreifend falsch. Auch hat das Ganze nichts mit Wert oder Unwert von Frauen zu tun, wie ich an vielen Orten mehrfach lesen konnte. Ich möchte damit aber wahrlich nicht behaupten, dass Frauen und Männer im Islam gleichberechtigt wären, weil sie es klar nicht sind, wie ich dies schon in einem früheren Blog-Artikel erläutert habe. Mir geht es vorliegend viel mehr darum, dass das inakzeptable Verhalten des Polizisten mit der fehlenden Gleichberechtigung im Islam nicht das geringste zu tun hat. Vielmehr geht es auf andere Inhalte der Scharia zurück, die meines Erachtens nicht minder problematisch sind.

Ausgangspunkt unseres kurzen dogmatischen Ausflugs in die Welt der Scharia ist der Umstand, dass das Gebet eines Menschen, der nach islamischer Vorstellung unrein ist, nicht anerkannt wird. So steht es auch in einem Hadith in Sahih Bukhari. Unter dieser Reinheit respektive Unreinheit ist allerdings ausschliesslich eine rituelle Reinheit zu verstehen. Es ist in diesem Sinne nicht ausgeschlossen, dass jemand, der die rituelle Reinigung vornimmt, welche die Unreinheit beseitigt, nicht wirklich sauber wird und umgekehrt kann jemand, der frisch geduscht hat, rituell unrein sein.

Es gibt in der Scharia zwei Formen der rituellen Unreinheit; die kleine und die grosse Unreinheit. Die grosse Unreinheit wird  durch den Geschlechtsverkehr respektive den Samenerguss herbeigeführt und kann durch die grosse Waschung beseitigt werden. Die kleine Unreinheit, die selbstredend mit der kleinen Waschung beseitigt werden kann, entsteht durch Blähungen, durch den Schlaf (wobei leichtes Dösen nicht dazugehört), wenn jemand bewusstlos wird, wenn man seine Notdurft verrichtet hat, wenn ein Mensch die Haut einer Person des anderen Geschlechts berührt, sofern die beiden nicht in einem Verwandtschaftsverhältnis zueinander stehen, das eine Heirat ausschliesst und bei einer Reihe von anderen Dingen (vgl. dazu Al-Buhari, Die Sammlung der Hadithe, Reclam Verlag, 1991, ausgewählt und übersetzt von Dieter Ferchl, S. 59 ff.).

Man kann nach dem Gesagten – wenn man so will – eine Triage mit diesen Unreinheiten machen. Zum einen sprechen sie den Bereich der menschlichen Verdauung an, der wenig appetitlich ist und in jeder Kultur gewissermassen als schmutzig wahrgenommen wird (Blähungen und Verrichten der Notdurft). Dann geht es um die Zeit nach einem vollständigen Kontrollverlust eines Menschen (Schlaf, bewusstlos werden). Und schliesslich geht es um die menschliche Sexualität (Geschlechtsverkehr, Berührungen der Haut mit dem anderen Geschlecht). Dabei ist hervorzuheben, dass die grosse Unreinheit ausschliesslich in diesem letztgenannten Bereich eintreten kann, oder anders ausgedrückt: Nichts ist aus dieser Perspektive betrachtet „schmutziger“ als die menschliche Sexualität, mindestens hinsichtlich der rituellen Reinheit. Dabei kann sogar die kleinste unfreiwillige Hautberührung einen unreinen Zustand herbeiführen, was sehr viel über die strenge Sexualmoral der Scharia aussagt. Bereits eine solche Berührung – selbst wenn sie unfreiwillig erfolgt – verursacht nämlich eine Versuchung (fitnah), was gemäss islamischer Vorstellung zu Verdorbenheit führen soll.

Daher geht es noch weiter. Es existiert ein sahih Hadith (sahih bedeutet den höchsten Vertrauensgrad bei einem Hadith), der es dem muslimischen Mann generell verbietet, eine Frau zu berühren, die er nach den obgenannten Kriterien nicht berühren darf. Der Hadith mit dem überaus drastischen Wortlaut lautet folgendermassen: „Es ist besser, dass einer von euch mit einem Eisenstachel in den Kopf gestochen wird, als dass er eine Frau berührt, die er nicht berühren darf“ (Überliefert von At-Tabarani, in Sahih al-Jaami, Nr. 5045). Mit den Frauen, die er nicht berühren darf, sind die bereits vorgenannten Frauen angesprochen (sog. mahram). In einem anderen Hadith aus der gleichen Hadith-Sammlung sagt der Prophet des Islam beispielsweise an Frauen, die ihm die Hand reichen wollen „Ich gebe Frauen nicht die Hand“. Und gemäss den wichtigsten Hadith-Sammlungen des sunnitischen Islam (Sahih Bukhari und Sahih Muslim) soll Ayesha, die Prophetengattin Folgendes gesagt haben: „Bei Allah, die Hand des Gesandten berührte nie eine andere Frau (ausser seine Ehefrauen). Er pflegte ihre Treueeide nur wörtlich anzunehmen.“

Wie ich in meinem Blog-Artikel „Eine islamkritische Einführung in die Welt der Scharia“ erläutert habe, geht es in der Scharia unter Anderem auch darum, das angeblich „vorbildliche“ Verhalten des Propheten zu kopieren. So sagt Sure 33:21 im Koran:

„Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.“

Über dieses Gebot des Korans folgt eine Scharia befolgende Muslimin respektive ein Scharia befolgender Muslim der Sunna des Propheten, d.h. sein Verhalten wird kopiert.

Die Folge davon ist die Verweigerung des Handschlags durch jene Muslime, die dieses Verhalten in der Tat auch kopieren. Das sind – wie dies alle Leser wissen – bei weitem nicht alle. Ich möchte das noch weiter hervorheben: Die wenigsten Muslime, dabei spreche ich säkulare respektive liberale Muslime an, haben überhaupt Kenntnis über die bizarren Regeln, die ich soeben beschrieben habe. Ganz speziell will ich aber auch darauf hinweisen, dass diese strenge Frömmigkeit selbst bei Islamisten nicht immer vorkommt, damit auch bei weitem nicht bei allen in Europa lebenden Scharia-Muslimen. Hier ist beispielsweise Erdogan zu sehen, wie er Bundeskanzlerin Merkel (einer Frau!) die Hand reicht. Immerhin will dieser Mann Kalif werden! Bemerkenswert ist aber vor allem das nachfolgende Bild mit Ex-Premier Davutoglu (AKP), einem Islamisten, dessen Hand in der Luft bleibt, als eine ultraorthodoxe Scharia-Muslimin ihm den Handschlag verweigert.

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YouTube-Video der Handschlagsverweigerung gegenüber Davutoglu, als Kandidatinnen und Kandidaten der AKP für die Parlamentswahlen vorgestellt werden (Istanbul, 22. Speptember 2015)

Nach dem Gesagten komme ich auf den Fall des Polizisten aus Koblenz zurück. Wie ich – so hoffe ich – darlegen konnte, hatte sein Verhalten nicht das Geringste mit der Gleichberechtigung der Geschlechter etwas zu tun oder etwas mit der Herabsetzung von Frauen, sprich mit Dingen, die es im Bereich des Scharia-Islam durchaus gibt. Das wird insbesondere auch aus dem Beispiel von Ex-Premier Davutoglu deutlich. Die junge Frau, die ihm den Handschlag verweigerte, dachte dabei gewiss nicht an Wert oder Unwert von Davutoglu. Vielmehr geht es hier einmal mehr um die Durchsetzung der in der Scharia verankerten strengen Sexualmoral, die Berührungen zwischen Männern und Frauen nicht zulässt, weil dies angeblich eine Unreinheit herbeiführt, da bereits die geringste Hautberührung zwischen Männern und Frauen eine sexuelle Versuchung verursachen soll, die der Scharia-Islam unter keinen Umständen tolerieren will. Dieser strengen Sexualmoral begegnen wir beispielsweise auch beim islamischen Kopftuch und bei den noch strengeren Verschleierungsformen, über das ich auch einen längeren Aufsatz verfasst habe. Im Ergebnis geht es darum, Männer und Frauen gesellschaftlich voneinander streng zu trennen, ausser sie wären verwandt oder verheiratet.

Mit anderen Worten bedeutet dies, dass dieser Polizist aus Koblenz diese strenge islamische Sexualmoral verinnerlicht hat und zwar in einem Ausmass, das den Durchschnitt mindestens hier in Europa bei weitem überschreitet. Wer glaubt, dass ein solcher Mann von einem Tag auf den anderen bloss mit der Unterzeichnung einer diktierten Erklärung anders ticken wird, ist meines Erachtens doch etwas naiv. Andererseits zeigt dieses Beispiel in wunderbarer Weise den Blindflug des Staates beim Umgang mit dem Islam, nachdem die Behörde den Beamten ganz offensichtlich eine sachfremde Erklärung unterschreiben liess, ohne nach den wahren und mindestens ebenso problematischen Gründen zu suchen.

Die Händedruckverweigerung im Islam

Moscheen als Kasernen, Kuppeln als Helme und Minarette als Bajonette – Wie Amnesty International Erdoğans Dschihad verharmloste

Am 7. Juli 2017 hat Amnesty International über Twitter eine öffentliche Videobotschaft an die Adresse des türkischen Diktators Recep Tayyip Erdoğan gerichtet, dies nachdem einige ihrer Mitarbeitenden von der AKP-Bande wegen haltlosen Terrorvorwürfen verhaftet und als politische Geiseln festgehalten wurden. Der Tweet selbst lautete wie folgt: „In 1998 we campaigned for release of a prisoner of conscience @RT_Erdogan. Now we’re asking him to release our staff (…)„.

Oder auf Deutsch: „Im Jahr 1998 haben wir eine Kampagne für die Freilassung eines politischen Gefangenen (wörtlich: Gefangenen aus Gewissensgründen) geführt. Nun ersuchen wir ihn, unser Personal freizulassen.“ Amnesty Internationals Videobotschaft an Erdoğan im Tweet fing mit den folgenden Worten an: „Präsident Erdoğan, erinnern Sie sich an das Jahr 1998? Wir erinnern uns! Damals, als Sie Bürgermeister von Istanbul waren, hat Amnesty eine Kampagne für Ihre Freilassung geführt, um Ihr Recht zu verteidigen, aus diesem Gedicht zu rezitieren: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Kuppeln unsere Helme und die Minarette unsere Bajonette und die Gläubigen unsere Soldaten“ (…)“

In der Tat war der damalige Oberbürgermeister von Istanbul am 21. April 1998 von einem Gericht in Diyarbakır wegen „Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feindschaft unter Hinweis auf Unterschiede der Religion und Rasse“ zu zehn Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Aufgrund dieser Verurteilung war es ihm einstweilen nicht mehr möglich, sich zum Parlamentsabgeordneten wählen zu lassen oder eine politische Partei zu gründen.

Der Vorfall, für den Erdoğan verurteilt worden war, ging auf eine politische Veranstaltung in Siirt im Jahr 1997 zurück. Dort hatte Erdoğan ein Gedicht mit dem Titel „Asker duası“ (Das Soldatengebet) rezitiert, das er bei seiner Verteidigung im späteren Prozess dem bekannten türkischen Dichter, politischen Aktivisten und Soziologen Ziya Gökalp zuordnete. Erdoğans Angabe, wonach dieses Gedicht und damit auch dieses bekannt gewordene Zitat mit den Gleichnissen von Ziya Gökalp stammten, traf allerdings nicht zu. Es existiert zwar ein Gedicht von Ziya Gökalp mit dem Titel „Asker duası“. Auch sind in Erdoğans Version einzelne Teile des Gökalp-Gedichts durchaus enthalten. Das Gedicht, das von Erdoğan in Siirt im Jahr 1997 rezitiert worden war, war jedoch eine neuere, angereicherte Version, die im Dunstkreis von türkischen Nationalislamisten vermutlich in den Neunzigerjahren entstanden war. Im Originalgedicht von Gökalp sind jedenfalls diese militanten Gleichnisse, die auch hier im Westen bekannt wurden, nicht enthalten.

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Erdoğan in Siirt beim Rezitieren des Gedichts mit Programmcharakter (1997)

Nachfolgend habe ich diese neue Version des Gedichts, das von türkischen Nationalislamisten immer noch sehr gerne rezitiert wird, vollständig übersetzt. Bevor ich diese Übersetzung wiedergebe, möchte ich nochmals daran erinnern, dass Amnesty International Erdoğan, der für das öffentliche Rezitieren dieses Gedichts anlässlich einer politischen Veranstaltung verurteilt worden war, für einen politischen Gefangenen (prisoner of conscience, was auch so viel heisst wie ein Gefangener aus Gewissensgründen) hielt und für diesen eine Kampagne organisierte, damit dieser freigelassen wurde. In der Videobotschaft betont Amnesty International, dass sie damit Erdoğans Recht verteidigt habe, ein solches Gedicht öffentlich zu rezitieren und hat damit klargemacht, dass sie immer noch hinter dieser Aktion steht. Schauen wir uns doch an, was Amnesty International unter Heranziehung der Menschenrechte immer noch schützen würde und meint, man habe ein Recht darauf, solches Gedankengut zu verbreiten:

Soldatengebet

In meiner Hand das Gewehr, in meiner Seele der Glaube (an Allah),
Ich habe zwei Wünsche: Religion und Vaterland,
Meine Feuerstelle (gemeint ist mein Zuhause) ist die Armee,
Mein Grosser (mein Führer resp. Oberhaupt) ist der Sultan.
Hilf dem Sultan, oh Allmächtiger!
Vermehre sein Leben, oh Allmächtiger!

Die Minarette sind (unsere) Bajonette, die Kuppeln (unsere) Helme,
Die Moscheen unsere Kasernen, die Gläubigen (unsere) Soldaten,
Diese heilige Armee wacht über meine Religion.
Allahu Akbar, Allahu Akbar (Gott ist am grössten)!

Unser Weg ist der heilige islamische Krieg zwecks Verbreitung der Religion,
Unser Ende ist das Martyrium;
Unsere Religion verlangt Aufrichtigkeit und Dienst an der Allgemeinheit,
Unsere Mutter ist das Vaterland
(auf Türkisch sagt man nicht Vaterland sondern „Mutterland“),
Unser Vater die Nation;
Lass das Vaterland blühen, oh Allmächtiger!
Lass die Nation sich freuen, oh Allmächtiger!

Deine Flagge ist der Glaube an die Existenz Gottes und deine Fahne das Sichelmond,
Die eine ist grün und die andere rot,
Zeige dich gegenüber dem Islam mit Mitleid und räche dich am Feind.
Mache, dass der Islam bis in die Unendlichkeit existiert, oh Allmächtiger!
Vernichte die Feinde, oh Allmächtiger!

Auf dem Schlachtfeld sind so manche tapfere junge Männer für die Religion und für die Heimat zu Märtyrern geworden;
Aus ihrer Feuerstelle (aus ihrem Zuhause) soll Rauch kommen (d.h. ihre Häuser sollen bewohnt sein),
Die Hoffnung soll nicht erlöschen!
Mache den Märtyrer nicht traurig, oh Allmächtiger!
Mache sein Geschlecht (seine Nachkommenschaft) nicht schwach, oh Allmächtiger!“

Nach dem Gesagten können wir also festhalten, dass Amnesty International es als ein Menschenrecht ansieht, öffentlich den Dschihad zu propagieren, für das osmanische Sultanat und damit gegen die Republik und parlamentarische Demokratie einzustehen, implizit das Kalifat zu fordern, den Glaubenskrieg zwecks Verbreitung des Islam zu verlangen und das Martyrium für all diese Dinge zu verherrlichen. Mit anderen Worten sollen die Menschenrechte, ein Ausfluss der Aufklärung, des Humanismus und des Rationalismus und Teile des materiellen Rechtsstaates nach Ansicht von Amnesty International im Dienste des Dschihad, Kriegsverherrlichung und der Schariaverwirklichung stehen. Ich muss sagen, dass ich diesbezüglich ganz entschieden eine andere Auffassung als Amnesty International vertrete. Das Grundrecht der Meinungsfreiheit kann wie die anderen Grundrechte auch eingeschränkt werden, sofern die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ich wüsste nicht, auf welches unbedingte Recht sich Amnesty hier beziehen will. Ein solches Recht existiert jedenfalls nicht!

Nachdem klar ist, dass Amnesty International offensichtlich einen überaus sorgenfreien Umgang mit dem Dschihadismus und Nationalislamismus hat und das öffentliche Einstehen für diese Dinge sowie deren Verherrlichung mit Menschenrechten schützen will, möchte ich Amnesty International und den Mitgliedern dieser Organisation, zu denen ich mich auch einmal zählen durfte, etwas schenken. Es ist ein YouTube-Video mit drei Kindern, das vor einigen Tagen entstanden ist und im aktuellen Zusammenhang mit dem Dschihad Erdoğans in Afrin steht. Das kleine Mädchen rezitiert genau dieses Dschihadverrlichungsgedicht im Türkischen Parlament, das Amnesty International mit den Menschenrechten schützen wollte und – so wie es aussieht – immer noch würde.

Vielleicht erkennen Amnesty Mitglieder beim Betrachten dieses Videos, was dabei herauskommt, wenn man faschistisches Gedankengut und dessen Verbreitung als ein Menschenrecht ansieht. Jedenfalls dient man damit keineswegs den Menschenrechten.

 

 

Moscheen als Kasernen, Kuppeln als Helme und Minarette als Bajonette – Wie Amnesty International Erdoğans Dschihad verharmloste